Ausflug ins Bezirksmuseum Döbling

Thursday, May 16, 2024 18:30-20:30, Bezirksmuseum Döbling, Döblinger Hauptstraße 96, 1190 Wien

Geschichte der Villa Wertheimstein

Dr. Brigitte Kolin hat nach dem im Jahr 2022 verstorbenen langjähringen Leiter Hans Scheikl (Rudolfshof in Grinzing) die Leitung übernommen.

Anfang der 1960er Jahre tauchte in Döbling der Gedanke auf, ein Heimatmuseum zu errichten. Die fast vergessene, in einem Dornröschenschlaf versunkene Villa Wertheimstein und das anschließende Nonnenstöckl boten sich als geeignete Objekte an. So wurde am 10. Juni 1964 das heutige Bezirksmuseum Döbling eröffnet, das erst nach und nach seinen derzeitigen Umfang erreichte.

Teile der Gemeinde Oberdöbling wurden 1280 dem Stift der Tullner Dominikanerinnen übertragen. Sie errichteten dort einen Wirtschaftshof mit einem großen Weinkeller, welcher zum Teil noch heute in der ursprünglichen Form existiert und jetzt als Weinbaumuseum dient.

Nach Auflösung des Klosters 1782 *) kam der "Tullner Hof" mit einem an den Religionsfond. Aus diesem erwarb 1824 der Wiener Großindustrielle Rudolf Arthaber das Grundstück. Er ließ den Wirtschaftshof (heute "Nonnenstöckl") in der jetzigen Form restaurieren und die Weingärten zu einem Park umgestalten. Außerdem baute er gleich daneben ein Sommerpalais, die "Villa". 1870 kaufte der Bankier Leopold von Wertheimstein das Anwesen. Nach seinem Tod erbte seine Tochter Franziska den Besitz, die in ihrem Testament Gebäude und Park der Stadt Wien vermachte. Nach ihrem Tod 1907 wurde der Park öffentlich zugänglich gemacht und im Erdgeschoß der Villa eine öffentliche Bibliothek eingerichtet.

Der Salon in der Villa Wertheimstein

In der Villa Wertheimstein fand einst einer der wichtigsten Salons der Stadt Wien statt.

Bild vom WertheimsteinparkJosephine Gomperz (* 19. November 1820 in Brünn; † 16. Juli 1894 in Wien) stammte aus einer angesehenen und wohlhabenden Familie. Sie war die Tochter von Philipp Josua Feibelman Gomperz (1782–1857) und von Henriette Gomperz, geborene Auspitz (1792–1881). Sie war zudem die Schwester des Altphilologen Theodor Gomperz und der Großunternehmer Max von Gomperz und Julius von Gomperz sowie Tante des Philosophen Heinrich Gomperz. Ihre jüngere Schwester Sophie von Todesco sollte wie Josephine als Salonnière zu Bekanntheit gelangen.

Josephine genoss eine gute Ausbildung und heiratete mit 23 Jahren Leopold von Wertheimstein, den um 18 Jahre älteren Prokuristen des Wiener Bankhauses Rothschild. Die Wohnung der Wertheimsteins in der Singerstraße wurde zum Treffpunkt vormärzlicher Regimekritiker. 1844 und 1847 kamen die beiden Kinder Franziska und Carl zur Welt. Die Ehe war allerdings nicht glücklich, und bei Josephine zeigten sich psychosomatisch bedingte Probleme, die zu langwierigen Kuraufenthalten führten. Dazu kamen starke Depressionen im Gefolge des unerwarteten Todes ihres erst 19-jährigen Sohnes Carl.

Nach Übersiedelung in die ehemalige Villa des Rudolf von Arthaber in Oberdöbling entstand wieder der Salon Wertheimstein, ein Treffpunkt liberaler Persönlichkeiten Wiens. Franziska von Wertheimstein, die lebenslang unverheiratete Tochter Sophies hatte daran großen Anteil. Ferdinand von Saar, Franziskas Verehrer, der mit Mutter und Tochter Wertheimstein über mehr als drei Jahrzehnte einen intensiven Briefwechsel unterhielt, war bevorzugter Hausgast in der Villa Wertheimstein. Josephine zog sich allerdings um die Mitte der 1880er Jahre wegen zunehmender Schwäche zurück und verbrachte erneut Jahre auf Kuraufenthalten, begleitet von der ihr ergebenen Tochter.



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*) Josef II !

<h3>Bezirksmuseum Döbling<br/>Döblinger Hauptstraße 96, 1190 Wien</h3>


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