Long Covid

Donnerstag, 23. Oktober 2025 19:30-22:00, Hotel Schwan, Rathausplatz, 4810 Gmunden, Österreich
Webseite: https://www.seehotel-schwan.at/
Referenten/innen:

Professor Jürgen Aschoff hält einen Vortrag zum Thema Long Covid

Prof. Aschoff

Long Covid – ein unterschätztes Leiden

Prof. Dr. Jürgen Aschoff schilderte eindrücklich die körperlichen und geistigen Folgen von Long Covid. Viele Betroffene berichten, dass sie nach kleinster Anstrengung – etwa beim Treppensteigen – völlig erschöpft sind. Typisch ist das völlige „Zusammenbrechen“ geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit. Long Covid bedeutet: „Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vorher war.“

Verlauf und Häufigkeit:

  • Etwa 25 % der Betroffenen sind auch zwei Jahre nach der Infektion schwer krank.
  • 50 % haben weiterhin deutliche Symptome und finden nicht in den Alltag zurück.
  • Nur 25 % genesen vollständig.
  • Frauen zwischen 40–60 Jahren sind häufiger betroffen.
  • Long Covid kann auch nach milden Verläufen auftreten.

Ursache und Diagnostik:

  • Long Covid ist keine psychosomatische oder depressive Erkrankung, sondern eine organische Funktionsstörung.
  • Es gibt keinen nachweisbaren Biomarker.
  • Vermutet werden persistierende Virusreste, Fehlregulationen des Immunsystems oder Störungen im Stoffwechsel und Nervensystem.
  • Trotz intensiver Forschung gibt es noch keinen objektiven Test und keine zugelassene Therapie.

Medikamentöse Ansätze bei Long Covid (laut Prof. Dr. Aschoff, Rotary-Vortrag 23.10.2025)

Es gibt kein zugelassenes Medikament gegen Long Covid. Mehrere Wirkstoffe werden jedoch Off-Label in niedriger Dosierung erprobt:

  • Low-Dose Naltrexon (1–2 mg): ursprünglich Mittel gegen Alkoholabhängigkeit; immunmodulierend, in Österreich von Kassen übernommen.
  • Low-Dose Aripiprazol (0,25–2 mg): Neuroleptikum, in Kleinstmengen teils positive Wirkung auf Fatigue und Konzentration.
  • Nikotinpflaster (3–7 mg/24 h): für Nichtraucher; kann Entzündungsprozesse dämpfen, bei Einzelfällen Verbesserung.
  • Metformin: zwei Wochen nach akuter Infektion eingenommen, verringert Risiko für Long Covid.
  • Paxlovid: in der Akutphase wirksam, senkt Wahrscheinlichkeit für Long Covid, hilft aber nicht nach Ausbruch.

Begleitend wichtig: Pacing (strikte Selbstregulierung körperlicher Aktivität) und Empathie im Umgang mit Betroffenen.

Besonderheit Österreich:

Österreich ist derzeit das einzige Land weltweit, in dem bestimmte Off-Label-Therapien (z. B. Low-Dose Naltrexon) offiziell verschrieben und von der Krankenkasse übernommen werden. In Deutschland und anderen Ländern bleibt die Kostenübernahme meist abgelehnt.

Fazit:

Long Covid ist eine ernste organische Erkrankung mit unklarer Ursache und hoher gesellschaftlicher Relevanz. Rund 6 % aller Corona-Infizierten weltweit entwickeln langfristige Beschwerden. Solange es keinen Biomarker gibt, fehlt der Pharmaindustrie der Ansatzpunkt für groß angelegte Studien – und Betroffene bleiben auf individuelle, experimentelle Therapien angewiesen.


DISCLAIMER - ACHTUNG: Vortrag KI transkribiert und komprimiert. Inhalte können falsch oder teilweise unrichtig sein. 

Sekretär Thomas



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